SpaceX hat die ersten Geschäftszahlen seit seinem Börsengang am 12. Juni vorgelegt. Das Raumfahrtunternehmen von Elon Musk steigerte seinen Umsatz im zweiten Quartal im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 92 Prozent auf 7,8 Milliarden US-Dollar (rund 7,2 Milliarden Euro). Damit übertraf der Konzern die Erwartungen von Finanzanalysten, die im Schnitt mit etwa 6,9 Milliarden US-Dollar gerechnet hatten, deutlich. Unterm Strich verblieb jedoch ein Nettoverlust von 541 Millionen US-Dollar (etwa 500 Millionen Euro) – was allerdings eine spürbare Verbesserung gegenüber dem Vorjahresminus von einer Milliarde US-Dollar darstellt.
- Der Quartalsumsatz stieg um 92 Prozent auf 7,8 Milliarden US-Dollar und übertraf die Markterwartungen.
- Der Nettoverlust konnte im Vergleich zum Vorjahr von einer Milliarde auf 541 Millionen US-Dollar nahezu halbiert werden.
- Massive Investitionen in KI-Infrastruktur belasten das Ergebnis, während der Satellitendienst Starlink kräftig wuchs.
Satelliten-Internet und KI-Dienste treiben das Umsatzwachstum
Wichtigster Umsatzträger des Unternehmens bleibt der Satelliten-Internetdienst Starlink. Die Einnahmen der Sparte wuchsen im Jahresvergleich um fast zwei Drittel auf rund 4,3 Milliarden US-Dollar. Die Zahl der Starlink-Kunden stieg innerhalb von drei Monaten von 10,3 Millionen auf 12 Millionen. Neben der Raumfahrt verzeichnete auch der Bereich für Künstliche Intelligenz hohe Zuwächse: Die Sparte generierte einen Umsatz von 2,56 Milliarden US-Dollar, was einem Plus von 247 Prozent entspricht.
Sondervereinbarungen wie Verträge zur Nutzung von Rechenzentren durch Partner wie Anthropic und Google trugen maßgeblich zum Wachstum der KI-Sparte bei.
Milliardeninvestitionen in Infrastruktur belasten die Bilanz
Trotz der positiven Umsatzentwicklung verdeutlichen die Zahlen den enormen Finanzbedarf im Bereich der Künstlichen Intelligenz. Die Kapitalausgaben (CapEx) schnellten im zweiten Quartal im Jahresvergleich um 2.013 Prozent auf 15,8 Milliarden US-Dollar (rund 14,6 Milliarden Euro) in die Höhe. Der operative Verlust der KI-Sparte konnte zwar auf 1,25 Milliarden US-Dollar gesenkt werden, die hohen Ausgaben für Rechenkapazitäten zehren jedoch weiterhin an den Margen.
Für Investoren bedeutet dies eine deutliche Erinnerung daran, dass der Aufbau moderner KI-Rechenzentren extrem kapitalintensiv ist. Während das traditionelle Raketengeschäft vergleichsweise stabile Aufwendungen erfordert, erfordert der Ausbau von Serverkapazitäten und KI-Infrastruktur fortlaufend immense Summen.
Ende der Haltefrist setzt den Aktienkurs unter Druck
An der Börse spiegelte sich die Entwicklung zuletzt in schwankenden Kursen wider. Nach dem Börsengang zu einem Ausgabepreis von 135 US-Dollar (rund 125 Euro) stieg die Aktie vorübergehend auf über 210 bis 225 US-Dollar, fiel danach jedoch wieder ab und schloss am Dienstag bei rund 125 US-Dollar. Nachbörslich gab das Papier um bis zu acht Prozent nach.
Mit der Veröffentlichung der Quartalszahlen endet am Donnerstag die sogenannte Haltefrist für frühe Investoren und Unternehmensinsider.
Eine solche Haltefrist (Lockup-Period) ist bei Börsengängen üblich: Sie verbietet Insidern für einen festgelegten Zeitraum nach dem Erstausgabetag den Verkauf ihrer Anteile, um den Kurs zu stabilisieren. Das Auslaufen dieser Frist erlaubt es Altaktionären nun, erste Aktienpakete zu verkaufen, was zusätzlichen Verkaufsdruck auf das Papier ausüben könnte. Nach den Ergebnissen des dritten Quartals steht zudem eine noch größere Tranche von rund 900 Millionen Aktien zur Freigabe an.
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