Meta stellt die geplanten Nutzungsbegrenzungen und Abonnement-Tests für eine zentrale Audio-Funktion seiner intelligenten Brillen vorübergehend ein. Die Funktion „Conversation Focus“, die Stimmen von Gesprächspartnern über die integrierten Lautsprecher verstärkt, bleibt vorerst kostenlos im Rahmen des „Early Access Programs“ zugänglich. Zuvor hatte der US-Konzern beabsichtigt, die Nutzung nach drei kostenlosen Monatsstunden an ein monatliches Abo für 20 US-Dollar zu binden. Nach deutlicher Kritik von Nutzern und Medien rudert das Unternehmen nun zurück, hält sich jedoch die Einführung kostenpflichtiger Zusatzdienste für die Zukunft weiterhin offen.
- Meta pausiert geplante Nutzungslimits für die Hörhilfe-Funktion „Conversation Focus“.
- Die Barrierefreiheits-Funktion bleibt für Testnutzer vorerst kostenfrei verfügbar.
- Geplant war eine Beschränkung auf drei Gratisstunden und ein Monatsabo für 20 US-Dollar.
- Künftige Abos begründet Meta mit der Quersubventionierung günstiger Hardware-Preise.
Nutzerproteste folgten auf verdeckt eingeführte Nutzungslimits
Der Rückzieher folgt auf einen Versuch des Konzerns, die Nutzung von Zusatzfunktionen schrittweise zu monetarisieren. Im vergangenen Monat hatte Meta ohne große Ankündigung Nutzungsbeschränkungen für „Conversation Focus“ eingeführt. Die Funktion ermöglicht es Trägern der Datenbrille, die Stimme ihres gegenüberstehenden Gesprächspartners akustisch hervorzuheben und besser zu verstehen.
Nach dem ursprünglichen Modell sollte die Barrierefreiheitsfunktion nur drei Stunden pro Monat kostenlos zur Verfügung stehen.
Wer das Feature intensiver nutzen wollte, sollte zum Paket „Meta One Premium Plan“ für 20 US-Dollar im Monat greifen. Doch selbst zahlende Abonnenten wären auf maximal 15 Nutzungsstunden monatlich beschränkt gewesen. Die Ankündigung stieß auf Unverständnis, da Tests zeigten, dass die Audioverarbeitung direkt auf dem Brillen-Chip abläuft und keine Verbindung zum Internet oder zu kostenintensiven Servern erfordert.
Meta plant weiterhin Abonnements für Premium-Funktionen
Gegenüber dem Technologieportal The Verge bestätigte Meta-Sprecher Tyler Yee, dass die Tests für das Abonnement vorerst ausgesetzt wurden. Man habe das Feedback der Nutzer gehört und wolle sicherstellen, den richtigen Ansatz zu wählen, so Yee. Die Funktion bleibe daher im Testprogramm weiterhin gebührenfrei.
Eine dauerhafte Absage an Gebühren bedeutet die Entscheidung jedoch nicht, da Meta künftig weiterhin kostenpflichtige Zusatzdienste plant.
Sprecher Yee deutete an, dass Abonnements dazu dienen sollen, die Hardware-Preise der Brillen im Verkauf niedrig zu halten. Durch Gebühren für Intensivnutzer könne der Konzern die Hardware quersubventionieren und weiterhin in neue Technologien investieren.
Für Käufer von Smart Glasses impliziert diese Strategie eine grundsätzliche Wende im Markt: Hardware-Käufe werden von Herstellern zunehmend nicht mehr als einmaliger Erwerb des vollen Funktionsumfangs verstanden, sondern als Zugang zu einer Plattform mit potenziell kostenpflichtigen Diensten. Dies wirft für Verbraucher die Frage auf, wie verlässlich zugesicherte Funktionen intelligenter Alltagsgeräte auf lange Sicht ohne Zusatzkosten nutzbar bleiben.
Wie stehen Sie zu Abo-Modellen für Funktionen, die lokal auf Ihren eigenen Geräten ausgeführt werden? Teilen Sie Ihre Meinung in den Kommentaren.




























