In der internationalen Debatte um die Führung des Weltfußballverbands rücken die Finanzpraktiken der FIFA erneut in das Zentrum der Kritik. Nach Berichten des US-Sportportals „The Athletic“ fordern mehrere US-amerikanische Gastgeberstädte der Fußball-Weltmeisterschaft zugesagte Millionenzahlungen ein. Vier anonyme Vertreter lokaler Organisationskomitees erklärten, die FIFA-Spitze habe den Städten mündlich jeweils eine Million US-Dollar (rund 920.000 Euro) an sogenannten „Legacy“-Geldern für den Aufbau lokaler Sportinfrastruktur und sozialer Projekte zugesichert. Bislang sind diese Beträge jedoch nicht ausgezahlt worden.
- Vier Vertreter von US-WM-Städten berichten von mündlichen FIFA-Zusagen über je eine Million US-Dollar für Nachwuchs- und Infrastrukturprojekte.
- Die Nachfragen der Städte wurden ausgelöst durch angekündigte Zahlungen für die Gastgeber der Klub-WM 2025.
- Der Verband steuert im Finanzzyklus 2023 bis 2026 auf geschätzte Einnahmen von 15 Milliarden US-Dollar zu.
Mündliche Zusagen ohne offizielle Auszahlung
Die betroffenen Verantwortlichen aus US-Metropolen wie Seattle, San Francisco, Los Angeles, Dallas, Kansas City, Atlanta, Philadelphia, Miami, Boston sowie New York/New Jersey wandten sich an Mitarbeiter der FIFA, um den Status der Gelder zu erfragen. Auslöser für die Nachfragen war eine Ankündigung von FIFA-Präsident Gianni Infantino, der den Gastgeberstädten der Klub-Weltmeisterschaft 2025 in den USA entsprechende Zuwendungen in Aussicht gestellt hatte.
Obwohl es nach Angaben der Vertreter nie eine öffentliche Stellungnahme des Weltverbands zu den Zusagen für die WM-Städte gab, sei das Versprechen in mehreren Treffen von Mitgliedern der FIFA-Führungsebene wiederholt worden.
Rekordeinnahmen und wachsende Kritik an der FIFA-Führung
Das von 32 auf 48 Mannschaften erweiterte Turnier, das über 39 Tage in den USA, Kanada und Mexiko ausgetragen wird, sorgt beim Weltverband für beispiellose Finanzeinnahmen. Für den aktuellen Finanzzyklus von 2023 bis 2026 rechnet die FIFA Berichten zufolge mit Rekordeinnahmen von rund 15 Milliarden US-Dollar (etwa 13,8 Milliarden Euro).
Die Berichte über die einbehaltenen Gelder bedeuten einen weiteren Rückschlag für FIFA-Präsident Gianni Infantino, der bereits von der europäischen UEFA und weiteren Kontinentalverbänden scharf kritisiert wird.
Hintergrund der anhaltenden Spannungen zwischen den Verbänden war unter anderem ein mittlerweile aufgegebener Plan Infantinos, die Weltmeisterschaft für private Investitionen zu öffnen.
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