Der langjährige US-Kinovertriebschef von Paramount Pictures, Chris Aronson, hat Klage gegen das Hollywood-Studio eingereicht. Nach der Übernahme von Paramount durch Skydance Media im Jahr 2025 war der damals 69-jährige Manager im Rahmen von Restrukturierungen entlassen worden. Aronson wirft dem Medienkonzern Vertragsbruch sowie systematische Altersdiskriminierung vor und fordert vor dem Superior Court in Los Angeles Schadensersatz von mehr als vier Millionen US-Dollar (rund 3,7 Millionen Euro). Das Studio habe ihm vertraglich zugesicherte Vergütungen vorenthalten und ihn durch einen deutlich jüngeren Nachfolger ersetzt.
- Chris Aronson fordert mehr als vier Millionen US-Dollar wegen angeblichen Vertragsbruchs und Altersdiskriminierung.
- Der Vertriebsexperte wurde kurz nach der Skydance-Übernahme trotz eines erst im Juli 2025 verlängerten Vertrags gekündigt.
- Die Klageschrift verweist auf interne Entlassungsdaten, wonach ältere Angestellte überproportional häufig gekündigt worden seien.
Ein verlängerter Vertrag kurz vor dem Besitzerwechsel
Chris Aronson wechselte im Jahr 2019 zu Paramount Pictures, nachdem er zuvor den Vertrieb bei 20th Century Fox geleitet hatte und dieses Studio von Disney übernommen worden war. Bei Paramount verantwortete er als Präsident des US-Kinovertriebs den erfolgreichen Start von Blockbustern wie „Top Gun: Maverick“ sowie Teilen der Filmreihen „Mission: Impossible“, „Sonic the Hedgehog“ und „A Quiet Place“.
Im Juli 2025 – wenige Monate vor dem Abschluss der Fusion von Paramount und Skydance Media – unterzeichnete Aronson eine Vertragsverlängerung, die seine Position bis zum 1. Dezember 2028 sichern sollte. Für den Manager bedeutete die Vereinbarung die Planung, das letzte Kapitel seiner Laufbahn im Kinovertrieb bei Paramount zu verbringen. Große Studioübernahmen in Hollywood gehen jedoch regelmäßig mit Umstrukturierungen in den Führungsetagen einher. Für betroffene Manager bedeutet dies oft, dass bestehende Arbeitsverträge trotz langfristiger Laufzeiten vorzeitig aufgelöst werden, sobald neue Eigentümer die operative Steuerung übernehmen.
Abfindung gekürzt und Altersdiskriminierung vorgeworfen
Am 29. September 2025 wurde Aronson zu einem Gespräch mit den neuen Paramount-Co-Vorsitzenden Dana Goldberg und Josh Greenstein gerufen. Dort wurde ihm mitgeteilt, dass er ohne Angabe von Gründen entlassen werde. Laut Klageschrift versicherte ihm die Unternehmensführung zwar, dass ihm die volle vertraglich zustehende Vergütung ausgezahlt werde, kündigte jedoch gleichzeitig an, die Stelle künftig herabzustufen.
Der Streit entbrannte schließlich über ausstehende Gehalts- und Bonuszahlungen aus dem Restvertrag im geschätzten Wert von knapp 3,9 Millionen US-Dollar.
Paramount vertrat nach Aronsons Ausscheiden im Dezember 2025 die Auffassung, die Auszahlung der Abfindung unter Berufung auf eine steuerrechtliche Regelung auf maximal zwei Jahre begrenzen zu können. Dadurch fehlen dem Manager laut Klage rund 1,3 Millionen US-Dollar (etwa 1,2 Millionen Euro). Unter Einberechnung verlorener Zusatzleistungen beziffert die Klageschrift den wirtschaftlichen Gesamtschaden auf mehr als vier Millionen US-Dollar.
Im November 2025 gab Paramount die Verpflichtung von Shaun Barber als neuem Kinovertriebschef bekannt, der zuvor bei Lionsgate tätig war. Aronsons Anwalt Barry Kaufman argumentiert in der 32-seitigen Klageschrift, sein Mandant sei gezielt wegen seines Alters durch einen jüngeren Manager ersetzt worden. Zur Untermauerung verweist die Klage auf interne Personaldaten des Konzerns: Bei den Entlassungswellen seien 62 Mitarbeiter ab 40 Jahren betroffen gewesen, verglichen mit 30 Beschäftigten unter 40 Jahren. Beschäftigte ab 55 Jahren hätten einen statistisch überproportionalen Anteil der Kündigungen getragen.
Das Verfahren liegt beim Gericht in Los Angeles
Neben dem Ersatz des finanziellen Schadens verlangt Aronson Strafschadensersatz und strebt eine Entscheidung durch eine Geschworenenjury an. Die Klage wurde beim Superior Court des Los Angeles County eingereicht, gelangte jedoch an die Öffentlichkeit, bevor der Anwalt eine formell bearbeitete Bestätigung der Gerichtsakten erhielt.
Für Hollywood-Konzerne bergen solche Auseinandersetzungen neben finanziellen Risiken stets die Gefahr öffentlich wirksamer Einblicke in interne Personalentscheidungen.
Sollte es zu einer Hauptverhandlung kommen, muss das Gericht prüfen, ob die Beschränkung der Abfindung vertraglich zulässig war und ob die Kündigung auf sachlichen Umstrukturierungen oder unzulässigen Alterskriterien beruhte. Paramount hat sich zu dem laufenden Verfahren bislang nicht geäußert.
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