Ein rumänischer F-16-Kampfjet hat im Schwarzen Meer eine mit Sprengstoff beladene Seedrohne nahe des Offshore-Gasprojekts Neptun Deep zerstört. Die strategisch wichtige Förderplattform, die maßgeblich vom österreichischen Energiekonzern OMV über seine Tochtergesellschaft OMV Petrom mitentwickelt wird, befindet sich etwa 80 Seemeilen östlich der Hafenstadt Constanța. Nach Angaben des rumänischen Verteidigungsministeriums schoss das Kampfflugzeug das unbemannte Seefahrzeug mit seiner Bordkanone ab, um mehrere Hundert Arbeiter auf der Anlage sowie die kritische Infrastruktur zu schützen. Der Vorfall unterstreicht die wachsende Bedrohung für kritische europäische Energieinfrastruktur im Schwarzen Meer.
- Ein rumänischer F-16-Kampfjet schoss eine sprengstoffbeladene Seedrohne nahe der Erdgasplattform Neptun Deep ab.
- Das Milliardenprojekt wird zu gleichen Teilen von OMV Petrom und dem rumänischen Staatskonzern Romgaz entwickelt.
- Rumäniens Präsident Nicușor Dan machte Russland für den Vorfall verantwortlich; die Ukraine schloss eine eigene Beteiligung aus.
Österreichischer Energiekonzern entwickelt Schlüsselprojekt im Schwarzen Meer
Das Gasfeld Neptun Deep gilt als zentraler Baustein für die künftige Energieversorgung Südosteuropas. Das Projekt, an dem die OMV-Tochter OMV Petrom und das staatliche rumänische Unternehmen Romgaz jeweils zur Hälfte beteiligt sind, umfasst Investitionen von rund vier Milliarden Euro. Die Vorkommen in den beiden Offshore-Feldern werden auf etwa 100 Milliarden Kubikmeter förderbares Erdgas geschätzt.
Mit dem für 2027 geplanten Produktionsstart soll Neptun Deep jährlich etwa acht Milliarden Kubikmeter Gas liefern und die rumänische Eigenförderung nahezu verdoppeln.
Für den mitteleuropäischen Markt und die Europäische Union ist das Vorhaben von hoher strategischer Bedeutung. Eine Beeinträchtigung der Anlagen würde die Bemühungen um eine unabhängige europäische Gasversorgung spürbar belasten.
Gezielter Kampfeinsatz schützt Hunderte Mitarbeiter auf See
Die Gefahr wurde am Donnerstagmorgen um 6:28 Uhr Ortszeit entdeckt, als ein Handelsschiff die schwimmende Drohne wenige Hundert Meter von den Förderanlagen entfernt sichtete. Daraufhin richtete das rumänische Verteidigungsministerium eine Befehlszelle ein und bat die NATO um die Übernahme der Führung auf Ebene der rumänischen Streitkräfte.
In Abstimmung mit dem rumänischen Präsidenten Nicușor Dan erging der Befehl zur Zerstörung des Zielobjekts. Zwei F-16-Kampfflugzeuge stiegen auf, von denen eines die Drohne mit der Bordkanone vernichtete. Der Einsatz galt als dringliches Rennen gegen die Zeit, um das Leben der mehreren Hundert auf der Plattform beschäftigten Arbeiter zu sichern.
Über einen direkt eingerichteten Kommunikationskanal bestätigten ukrainische Stellen offiziell, dass das unbemannte Wasserfahrzeug nicht aus der Ukraine stammte.
EU und Rumänien verurteilen hybride Bedrohung im Schwarzen Meer
Präsident Nicușor Dan verurteilte die Intensivierung solcher Zwischenfälle durch die Russische Föderation scharf und sprach von unverantwortlichen Provokationen. Auch EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen bezeichnete das Geschehen als Teil einer eskalierenden hybriden Kriegführung, die darauf abziele, die Europäische Union zu spalten und die Bevölkerung zu verunsichern.
Der Vorfall reiht sich in eine Zunahme von Sicherheitsrisiken in der Region ein. Bereits am 11. August hatten Armeetaucher zwei treibende Drohnen vom Typ Gerbera nahe dem Neptun-Deep-Areal unschädlich gemacht. Zudem stiegen am selben Tag zwei NATO-F-18-Kampfjets auf, und eine unidentifizierte Luftdrohne drang 13 Kilometer weit in den rumänischen Luftraum ein und stürzte in unbewohntem Gebiet ab. Auch in Deutschland hatte zuletzt der Fund einer mit Sprengstoff präparierten Drohne am Flughafen Leipzig/Halle Sorgen über die Sicherheit kritischer Knotenpunkte ausgelöst.
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