Ein schweres Seebeben der Stärke 7,7 hat am frühen Samstagmorgen die indonesische Insel Flores erschüttert. Das Epizentrum lag rund 70 Kilometer nordwestlich der Stadt Ende in einer geringen Tiefe von etwa zehn Kilometern. Die nationalen Behörden riefen zeitweise eine Tsunami-Warnung für die Nordküste aus und forderten die Bevölkerung zur Evakuierung auf. Im Hafen von Maumere kamen mindestens zwei Menschen ums Leben, eine weitere Person wurde verletzt. Die Erschütterungen waren über hunderte Kilometer hinweg spürbar, lösten Panik aus und führten zur Evakuierung eines Krankenhauses. Der Tsunami-Alarm wurde später wieder aufgehoben.
- Ein Seebeben der Stärke 7,7 erschütterte die indonesische Insel Flores aus zehn Kilometern Tiefe.
- Zwei Menschen starben im Hafen von Maumere, mindestens eine Person wurde verletzt.
- Eine vorübergehend ausgegebene Tsunami-Warnung wurde von den Behörden wieder aufgehoben.
Eine der geologisch aktivsten Zonen der Erde
Indonesien liegt auf dem sogenannten Pazifischen Feuerring, einer hufeisenförmigen Zone entlang des Pazifischen Ozeans, in der tektonische Platten aufeinandertreffen. Dadurch kommt es in dem Inselstaat mit seinen mehr als 270 Millionen Einwohnern regelmäßig zu schweren Beben und Vulkanausbrüchen. Flachbeben wie dieses, deren Hypozentrum weniger als 70 Kilometer unter der Erdoberfläche liegt, sind für die Bevölkerung an der Oberfläche gewöhnlich besonders gefährlich, da die Energie der seismischen Wellen kaum gedämpft wird.
Die Insel Flores gehört zur Provinz Ost-Nusa-Tenggara und weist stark unterschiedliche Regionen auf. Während der Westen um Labuan Bajo als Ausgangspunkt für Reisen zum Komodo-Nationalpark touristisch erschlossen ist, gilt das Zentrum rund um die Stadt Ende als vergleichsweise isoliert. Bereits im Dezember 1992 war dieselbe Küstenregion von einem verheerenden Beben und einem nachfolgenden Tsunami getroffen worden, bei dem damals mehr als 2.500 Menschen auf Flores starben.
Gewaltige Erschütterungen und Einstürze am Samstagmorgen
Das Hauptbeben ereignete sich am Samstag um 05:58 Uhr Ortszeit (21:58 Uhr GMT am Freitag).
In Regionen wie Nagekeo und Bima dauerten die heftigen Erschütterungen rund eine Minute lang an und veranlassten Bewohner dazu, schreiend auf die Straßen zu rennen.
Im Hafen von Maumere stürzten Teile von Gebäuden ein. Nach Angaben der indonesischen Katastrophenschutzbehörde BNPB kamen dort ein Mann und eine Frau ums Leben.
In der Stadt Ende brachten Rettungskräfte Patienten eines Krankenhauses vorsorglich ins Freie. Die Erschütterungen wurden von geschätzten Hunderttausenden Menschen auf Flores stark wahrgenommen. Innerhalb einer halben Stunde folgten mindestens drei spürbare Nachbeben mit Stärken von bis zu 6,1. Die Behörde BMKG rief umgehend einen Tsunami-Alarm für die betroffenen Küstenabschnitte aus und forderte Anwohner auf, sich mindestens zwei Kilometer ins Landesinnere oder auf Höhen von über zehn Metern zu begeben. Das australische Tsunami-Warnzentrum teilte mit, dass für das australische Festland und seine Territorien keine Gefahr bestehe.
Behörden überwachen die Lage nach Entwarnung weiter
Nach Überprüfung der Messdaten hoben die indonesischen Behörden die Tsunami-Warnung im Tagesverlauf wieder auf. Dennoch bleibt die Lage auf Flores angespannt. Für das Katastrophenmanagement bedeutet die flache Lage des Bebens, dass in den kommenden Tagen mit weiteren spürbaren Nachbeben zu rechnen ist, was die Gefahr für bereits beschädigte Bausubstanz erhöht.
Lokale Behörden setzen die genaue Schadensaufnahme in den betroffenen Bezirken fort und überwachen das seismische Geschehen kontinuierlich. Rettungskräfte prüfen derzeit entlegene Ortschaften im Inselinneren, um das volle Ausmaß der Sachschäden und eventuelle weitere Opfer zu erfassen.































