Seit fast drei Jahrzehnten gehört der Chevrolet Express zum festen Straßenbild in Nordamerika, vor allem im gewerblichen Flotteneinsatz als Handwerkerfahrzeug oder Transportmittel. Nun rüstet der US-Mutterkonzern General Motors das Modell auf: Für das Modelljahr 2027 soll das Urgestein laut Medienberichten erstmals seit Jahren wieder ein modernes Infotainmentsystem mit einem sieben Zoll großen Farb-Touchscreen erhalten. Damit hält ein Hauch von moderner Technik Einzug in eines der langlebigsten Fahrzeugkonzepte des US-Automobilmarktes.
- Der Chevrolet Express wird seit Januar 1996 gebaut und ist das älteste Neuwagenmodell auf dem US-Markt.
- Für das Modelljahr 2027 zieht ein 7-Zoll-Touchscreensystem mit Bluetooth und drahtlosem Audio-Streaming ein.
- An der mechanischen Basis ändert sich nichts: Es bleiben V6- und V8-Saugmotoren mit bis zu 407 PS (401 hp) im Angebot.
Ein Arbeitsgerät aus einer vergangenen Epoche
Der Chevrolet Express debütierte im Januar 1996 für das Modelljahr 1996 und hat seit einem Facelift im Jahr 2003 optisch kaum Veränderungen erfahren. Während moderne Nutzfahrzeuge längst über voll digitale Cockpits und Fahrerassistenzsysteme verfügen, verblieb der Express auf dem Stand vergangener Jahrzehnte. Für das Modelljahr 2026 umfasst die Standardausstattung lediglich ein einfaches AM/FM-Radio mit MP3-Unterstützung und AUX-Anschluss. Eine Bluetooth-Funktion kostete bisher rund 200 US-Dollar Aufpreis.
Für gewerbliche Flottenbetreiber stehen maximale Zuverlässigkeit, günstige Ersatzteile und gewohnte Abmessungen im Vordergrund, was das lange Überleben dieser puristischen Konstruktion erklärt.
Verzögerte Digitalisierung für die Modellpflege 2027
Nach Angaben des Fachportals GM Authority zieht mit dem Modelljahr 2027 das sogenannte „Chevrolet Infotainment System 3“ in den Transporter sowie in dessen baugleiches Schwestermodell GMC Savana ein. Neben dem HD-Touchscreen bietet die Einheit eine Bluetooth-Freisprecheinrichtung sowie drahtloses Audio-Streaming. Ein solches System gab es im Express bereits vor einigen Jahren als 6,5-Zoll-Variante mit Navigation und CD-Player, ehe Chevrolet die Option nach 2019 überraschend strich.
Ob die im Pkw-Bereich üblichen Smartphone-Schnittstellen Apple CarPlay und Android Auto oder der Empfang von SiriusXM-Satellitenradio beim neuen Modelljahr unterstützt werden, ist bislang nicht bestätigt. Die Passagierversionen sowie Frachtmodelle mit dem Fünfsitzer-Paket erhalten künftig vier Lautsprecher, während die regulären Fracht- und Fahrgestell-Varianten bei zwei Lautsprechern verbleiben.
Klassische V-Motoren sichern den Vortrieb
Unabhängig vom Infotainment-Update bleibt die mechanische Plattform unverändert extrem traditionell. Als Antriebe dienen weiterhin ein 4,3-Liter-V6-Motor mit 280 PS (276 hp) sowie ein im Jahr 2021 eingeführter 6,6-Liter-V8 mit 407 PS (401 hp). Beide Triebwerke sind an eine Achtgang-Automatik gekoppelt.
Im Vergleich zum europäischen Nutzfahrzeugmarkt, auf dem Modelle wie der Mercedes-Benz Sprinter oder der VW Transporter durch strenge Abgas- und Sicherheitsnormen stetig weiterentwickelt werden, erlaubt der US-Markt Herstellern das Jahrzehnte lange Festhalten an bewährter Technik.
Würden Sie im Alltag ein Nutzfahrzeug mit historisch einfacher Technik bevorzugen oder ist ein moderner Touchscreen für Sie unverzichtbar? Teilen Sie Ihre Meinung in den Kommentaren!































