Für Haushalte in ländlichen Regionen des deutschsprachigen Raums ist Satelliten-Internet häufig eine wichtige Alternative zu schleppend ausgebauten Glasfasernetzen. Um die Kapazitäten dieses weltweiten Netzes künftig drastisch zu erweitern, hat das Raumfahrtunternehmen SpaceX seinen 13. Testflug der Starship-Rakete absolviert. Nach wetterbedingten Verzögerungen startete die Schwerlastrakete mit den ersten Prototypen der nächsten Satellitengeneration namens V3 an Bord.
- Beim 13. Starship-Testflug wurden erstmals 20 V3-Starlink-Satelliten mitgeführt.
- Die neuen Satelliten erreichen theoretisch bis zu 1 Tbps Downlink und 160 Gbps Uplink.
- Die Testkörper verglühten planmäßig rund 20 Minuten nach dem Aussetzen in der Atmosphäre.
Neue Satellitengeneration bringt deutlich höhere Bandbreiten
Die mitgeführten V3-Modelle stellen technisch einen großen Leistungssprung dar. Laut SpaceX bieten die Satelliten der neuen Generation eine Downlink-Kapazität von bis zu 1 Tbps, was dem Zehnfachen der bisherigen V2-Satelliten entspricht. Die Uplink-Geschwindigkeit steigt mit 160 Gbps sogar um das 22-Fache im Vergleich zur Vorgängergeneration. Für den Ausbau von Breitbandverbindungen aus dem Orbit bedeutet dies perspektivisch eine massive Erhöhung der Datendurchsätze pro Satellit.
Obwohl bei diesem Flug 20 Einheiten ausgesetzt wurden, profitieren bestehende Starlink-Kunden vorerst noch nicht von der höheren Geschwindigkeit.
Kurzer Testflug im suborbitalen Raum
Der aktuelle Flug diente rein experimentellen Zwecken. Die ausgesetzten Satelliten verblieben auf derselben suborbitalen Flugbahn wie das Starship selbst. Während des kurzen Flugs entfalteten sie ihre Solarmodule sowie Antennen, um Verbindungen zu anderen Teilen des Starlink-Netzwerks über Hochleistungslaser zu testen. Nur etwa 20 Minuten nach dem Aussetzen traten die Satelliten wieder in die Erdatmosphäre ein und verglühten vollständig.
Zwei der 20 Satelliten erfüllten zudem eine Sonderfunktion für die Raketenentwicklung: Sie wurden mit Spezialkameras ausgestattet, um den Hitzeschild des Starships während des Flugs zu scannen und die Aufnahmen zur Analyse an die Bodenstation zu übermitteln.
Entwicklung zielt auf schnelle Wiederverwendbarkeit
Für die verwendete V3-Variante der Starship-Rakete war es der zweite Einsatz nach der Premiere beim 12. Testflug im Mai. SpaceX nutzt diese Testserien primär zur Datenerfassung, um das System schrittweise zu einer vollständig und rasch wiederverwendbaren Rakete weiterzuentwickeln.
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