Der Online- und Technologiekonzern Amazon treibt seine Pläne in der Raumfahrt weiter voran und plant den Aufbau eines weltweiten Satelliten-Mobilfunknetzes. Wie aus einem Antrag bei der US-Aufsichtsbehörde FCC hervorgeht, beabsichtigt das Unternehmen, ab dem Jahr 2028 eine neue Konstellation im niedrigen Erdorbit zu stationieren. Das Vorhaben sieht vor, insgesamt 5.105 Satelliten ins All zu bringen, um herkömmliche Mobiltelefone direkt mit Sprache, Nachrichten, Daten und Notfalldiensten zu versorgen. Amazon strebt dabei Partnerschaften mit Mobilfunkbetreibern an, um Lücken in der terrestrischen Netzabdeckung zu schließen.
- Amazon hat bei der US-Behörde FCC den Aufbau von 5.105 Mobilfunk-Satelliten beantragt.
- Der Start des Netzwerks für Sprach-, Daten- und Notfalldienste ist für 2028 geplant.
- Das Projekt nutzt Frequenzen von Globalstar und ergänzt Amazons bestehendes Breitband-Vorhaben.
Neues Satellitennetzwerk bringt Mobilfunk direkt auf Handys
Das beantragte System setzt auf die sogenannte Direct-to-Device-Technologie. Die Satelliten sollen die Signale direkt im Orbit verarbeiten, bevor sie weitergeleitet werden, um die Leistung der Verbindung zu verbessern. Für das Vorhaben plant Amazon die Nutzung des Frequenzspektrums von Globalstar. Anfang des Jahres hatte der Konzern die Übernahme des Globalstar-Netzwerks sowie der Vereinbarung zur Bereitstellung von Satellitendiensten für Apple-Geräte angekündigt. Künftig soll die Kooperation mit Apple auf Basis des erweiterten Netzwerks fortgeführt werden. Zudem beantragte Amazon die Nutzung von Frequenzen des Iridium-Netzwerks außerhalb der USA, das derzeit von Rocket Lab übernommen wird.
Mit über 5.000 geplanten Satelliten ist die neue Mobilfunk-Konstellation fast doppelt so groß wie Amazons ursprüngliches Breitband-Projekt im All.
Dieses bisherige Breitband-Netzwerk soll rund 3.200 Satelliten umfassen. Bis zum 2. Juli dieses Jahres wurden nach Unternehmensangaben bereits mehr als 375 dieser Satelliten ins All befördert. Die neue Konstellation soll dieses Angebot ergänzen und neben Diensten für Endverbraucher auch bei der Katastrophenhilfe und für Notfallbenachrichtigungen eingesetzt werden.
Amazon fordert Starlink heraus und setzt auf Netzpartner
Die direkte Anbindung von Alltags-Smartphones an Satelliten stellt eine Weiterentwicklung der Mobilfunkinfrastruktur dar. Für Mobilfunkkunden bedeutet dieser Ansatz, dass Handys bei fehlender Abdeckung durch klassische Funkmasten – etwa in entlegenen Gebieten oder bei Infrastrukturausfällen – automatisch auf Satellitensignale zurückgreifen können. Das würde in der Praxis die Erreichbarkeit von Notdiensten spürbar erhöhen.
Mit diesem Schritt positioniert sich Amazon gegen Konkurrenten wie SpaceX, das mit seinem Starlink-System und einer Partnerschaft mit T-Mobile ein ähnliches Modell verfolgt. Für die Telekommunikationsbranche impliziert das Vorhaben einen Trend hin zu hybrid genutzten Netzen, bei denen Satellitenkapazitäten terrestrische Mobilfunknetze nahtlos erweitern.
Behördliche Genehmigung entscheidet über den Zeitplan ab 2028
Vor dem geplanten Beginn des Aufbaus im Jahr 2028 steht zunächst die Entscheidung der US-Fernmeldebehörde FCC aus. Erst nach einer behördlichen Zusage kann das Unternehmen mit der schrittweisen Stationierung der mehr als 5.000 Satelliten beginnen.
Parallel dazu wird der kommerzielle Start von Vereinbarungen mit lokalen Mobilfunknetzbetreibern abhängen. Erst entsprechende Kooperationen ermöglichen es, die Satellitendienste für Endkunden in den jeweiligen Ländern nutzbar zu machen.
Würden Sie für einen lückenlosen Satelliten-Empfang auf Ihrem Smartphone Zusatzkosten bei Ihrem Mobilfunkanbieter akzeptieren? Teilen Sie Ihre Meinung in den Kommentaren!




























