Der slowenische Radprofi Tadej Pogačar hat die Tour de France zum fünften Mal gewonnen und steht endgültig auf einer Stufe mit den größten Legenden des Radsports. Nach 3245 Kilometern brachte der 27-Jährige vom Team UAE Emirates-XRG sein Gelbes Trikot sicher über die Ziellinie. Auf dem finalen Teilstück setzte sich der Niederländer Mathieu van der Poel in einem dramatischen Sprint auf den Champs-Élysées durch. Das Podium der Gesamtwertung komplettierten der Belgier Remco Evenepoel mit 6:26 Minuten Rückstand sowie Pogačars mexikanischer Teamkollege Isaac del Toro auf Rang drei.
- Tadej Pogačar gewinnt die Tour de France mit 6:26 Minuten Vorsprung vor Remco Evenepoel und Isaac del Toro (+9:42).
- Mathieu van der Poel entscheidet die Schlussetappe auf den Champs-Élysées im Sprint knapp für sich.
- Wegen schwerer Waldbrände musste der Streckenverlauf der Finaletappe auf 88,7 Kilometer verkürzt werden.
- Mit 27 Jahren zieht Pogačar als bislang jüngster Fahrer mit den historischen Fünffach-Siegern der Tour gleich.
Mathieu van der Poel triumphiert nach Zieldrama im Herzen von Paris
Die letzte Etappe der Frankreich-Rundfahrt verlief unter ungewöhnlichen Vorzeichen: Aufgrund heftiger Waldbrände im Südwesten des Landes zog das Innenministerium Sicherheitskräfte ab, um die Einsatzkräfte vor Ort zu unterstützen. Die Rennleitung kürzte die Schlussetappe von ursprünglich geplanten 133 auf 88,7 Kilometer und verlegte den Startpunkt direkt nach Paris auf die Champs-Élysées. Zehn Kilometer vor dem Ziel attackierte der Klassikerspezialist Mathieu van der Poel bei der dritten und letzten Passage des Stadtbergs Montmartre. Einzig Pogačar konnte der Attacke folgen.
Da die Zeiten für das Gesamtklassement bereits vor den Aufstiegen am Montmartre eingefroren wurden, war Pogačars Gesamtsieg schon vor dem Zielsprint mathematisch abgesichert.
Im packenden Finale verteidigte das Führungsduo einen knappen Vorsprung vor dem herannahenden Feld. Auf den letzten Metern zündete van der Poel einen langen Sprint und rettete wenige Zentimeter Vorsprung vor seinem Teamkollegen Jasper Philipsen, dem Dänen Mads Pedersen und dem deutschen Sprinter Max Kanter auf dem vierten Platz.
Pogačar steigt zum jüngsten Fünffach-Sieger der Tour-Geschichte auf
Mit seinem fünften Gesamtsieg schließt Pogačar zu den historischen Legenden Eddy Merckx, Jacques Anquetil, Bernard Hinault und Miguel Indurain auf. Kein Rennfahrer vor ihm erreichte fünf Tour-Titel in so jungem Alter. Der Slowene drückte der Rundfahrt mit fünf Etappensiegen seinen Stempel auf und stellte am legendären Anstieg nach Alpe d’Huez einen Kletterrekord auf, mit dem er die 31 Jahre alte Bestmarke von Marco Pantani unterbot. Der Kampf um das Podest wurde zudem durch das sturzbedingte Ausscheiden von Klassementfahrern wie Jonas Vingegaard auf der 15. Etappe und dem Deutschen Florian Lipowitz beeinflusst.
Auch in den Sonderwertungen setzten prägende Fahrer Akzente: Pogačars 22-jähriger Teamkollege Isaac del Toro sicherte sich auf Gesamtrang drei das Weiße Trikot des besten Nachwuchsfahrers. Der Ecuadorianer Richard Carapaz gewann das gepunktete Bergtrikot sowie die Auszeichnung als kämpferischster Fahrer, während Mads Pedersen als erster Däne überhaupt die Punktewertung für das Grüne Trikot für sich entschied.
Radsport-Legenden erwarten weitere Rekorde des slowenischen Dominators
Nach der erneuten Machtdemonstration des Slowenen richtet sich der Blick der Radsportwelt auf seine künftige Karriere. Die belgische Ikone Eddy Merckx erklärte bereits, dass Pogačar sich nicht mit dem Gleichstand begnügen werde und den Rekord an Tour-Siegen bald allein halten dürfte. In der laufenden Saison feierte Pogačar bereits Erfolge bei der Tour de Suisse und der Tour de Romandie. Um das seltene Tripel der drei großen Landesrundfahrten zu komplettieren, fehlt ihm in seiner Karrierebilanz nun lediglich noch ein Gesamtsieg bei der Vuelta a España.
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