Der deutsche Profifußball übernimmt für die 1. und 2. Bundesliga mehrere Regelneuerungen der Weltmeisterschaft, nimmt jedoch eigene Anpassungen vor. Wie die DFB-Schiedsrichter-GmbH um Geschäftsführer Knut Kircher und die Kommission Fußball der Bundesliga bestätigten, wird das Verdecken des Mundes in einer Konfrontation im deutschen Spielbetrieb lediglich mit einer Gelben Karte geahndet. Bei der WM führte dieses Verhalten noch zu Roten Karten. Zudem bleiben Eckbälle in Deutschland im Gegensatz zum Turnier von VAR-Überprüfungen ausgenommen, während Maßnahmen gegen Zeitspiel und verpflichtende VAR-Checks bei zweiten Gelben Karten übernommen werden.
- In der Bundesliga führt das Handvorhalten vor den Mund künftig nur zu Gelb statt Rot.
- Schiedsrichter können bei Einwürfen und Abstößen einen Fünf-Sekunden-Countdown per Hand anzeigen.
- Der Video-Assistent überprüft künftig verpflichtend jede zweite Gelbe Karte vor einem Platzverweis.
Einige Sonderwege unterscheiden die Bundesliga vom Turniermodus
In der 1. und 2. Bundesliga gelten künftig eigene Vorgaben bei strittigen Szenen auf dem Rasen. Das Verdecken des Mundes mit der Hand in einer direkten Konfrontation mit dem Gegner bestrafen die Unparteiischen im deutschen Profifußball mit einer Gelben Karte. Bei der Weltmeisterschaft in den USA, Mexiko und Kanada hatte diese Geste noch direkte Platzverweise zur Folge – betroffen von dieser Regelung waren dort unter anderem Paraguays Miguel Almirón sowie Piero Hincapié aus Ecuador.
Auch bei den Kompetenzen der Videoschiedsrichter gibt es Unterschiede zwischen dem internationalen Großturnier und dem Ligaalltag. Eckbälle sollen im deutschen Profifußball weiterhin nicht vom Video Assistant Referee (VAR) überprüft werden können.
Konsequenter Kampf gegen Zeitspiel bei Standards und Wechseln
Um den Spielfluss spürbar zu beschleunigen, setzt die Bundesliga auf strenge Zeitvorgaben bei Spielunterbrechungen.
Neben dem bereits angewendeten Countdown, wenn der Torhüter den Ball zu lange in der Hand hält, erhalten die Referees weitere Werkzeuge. Auch bei Einwürfen und Abstößen kann der Schiedsrichter nun einen Countdown von fünf Sekunden sichtbar per Hand herunterzählen. Wird die Partie bis zum Ablauf dieser Frist nicht fortgesetzt, wechselt der Ballbesitz automatisch an das gegnerische Team.
Ebenfalls mehr Tempo wird bei Spielerwechseln verlangt. Die Mannschaften müssen Auswechslungen künftig zügig abwickeln. Verzögert ein Team den Vorgang, muss es in Kauf nehmen, das Spiel für die Dauer von einer Minute in Unterzahl fortzusetzen.
Verletzungspausen und Videoschiedsrichter erhalten klare Vorgaben
Tritt eine Spielunterbrechung wegen einer medizinischen Behandlung auf dem Feld ein, muss der betroffene Profi den Platz verlassen und darf erst nach Ablauf einer Minute wieder mitwirken. Dies bedeutet für die Akteure in der Praxis, dass genau abgewogen werden muss, ob das Anfordern von medizinischem Personal eine längere Unterzahl rechtfertigt. Die Regelung zielt darauf ab, simuliertes Zeitspiel durch angebliche Verletzungen zu unterbinden.
Ausgenommen von dieser Ein-Minute-Sperre sind Behandlungen nach einem Zusammenprall, nach Kopfverletzungen oder nach Fouls, die eine persönliche Strafe in Form einer Karte nach sich ziehen. Darüber hinaus wird der Einsatz des Video-Assistenten in der 1. und 2. Bundesliga erweitert: Die Überprüfung der jeweils zweiten Gelben Karte eines Spielers vor einem Platzverweis wird künftig verpflichtend vorgeschrieben.
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