Der britische Sänger Boy George wird nicht wie geplant im Londoner West End im Musical „Jesus Christ Superstar“ auftreten. Der ehemalige Culture-Club-Frontmann zog seine Teilnahme an den Vorstellungen im London Palladium kurzfristig zurück, nachdem ein von ihm veröffentlichter Song zum Nahost-Konflikt für erhebliche Empörung gesorgt hatte. Sein Manager Paul Kemsley gab diesen Schritt auf Instagram bekannt. Grund für die Absage ist die Kontroverse um das Lied „We Will Dance Again“, das mithilfe künstlicher Intelligenz produziert wurde und scharfe Kritik an pro-palästinensischen Demonstranten sowie Vorwürfen gegen Israel enthält.
- Boy George verzichtet nach heftiger Kritik auf seine Rolle als König Herodes im Londoner Musical „Jesus Christ Superstar“.
- Auslöser war sein KI-generierter Song „We Will Dance Again“, der die militärischen Aktionen Israels verteidigt.
- Manager Paul Kemsley betonte, die Entscheidung sei getroffen worden, um die Produktion nicht zu belasten.
- Schauspieler Richard Armitage soll die geplanten Auftritte im August übernehmen.
Ein KI-generierter Song entfacht die Kontroverse
Anfang der Woche veröffentlichte der Sänger auf seinen Social-Media-Kanälen das Stück „We Will Dance Again“ (hebräisch: „עוד נרקוד“). Der Titel greift eine Parole auf, die nach den Angrifffen der Hamas am 7. Oktober 2023 auf ein Musikfestival in Israel verbreitet wurde. In dem Reggae-Track, der laut Boy George unter Einsatz von künstlicher Intelligenz geschrieben wurde, nimmt der Musiker eine klare Haltung ein. Er weist den Vorwurf des Völkermords im Gaza-Streifen zurück und kritisiert prominente Unterstützer Palästinas scharf, indem er ihnen vorwirft, wie „Schafe“ Internet-Propaganda nachzureden.
„Du sagst Genozid, ich sage Krieg – wenn du angegriffen wirst, ist die Armee dafür da“, lautet eine der zentralen Textzeilen des Liedes.
In den sozialen Netzwerken reagierten Nutzer und Branchenkollegen prompt mit Unverständnis. Der Broadway-Darsteller Patrick Clanton, der zuvor mit Boy George auf der Bühne gestanden hatte, äußerte öffentlich seine Enttäuschung. Boy George wies die Kritik auf der Plattform X und auf Threads zurück und erklärte unter anderem, dass der Streit um das Thema bereits zu Konflikten im eigenen Freundeskreis geführt habe.
Der Manager verkündet den Rückzug aus dem Musical
Nach den anhaltenden Diskussionen zog das Management des Sängers die Konsequenzen für das anstehende Theaterengagement. Paul Kemsley erklärte am Donnerstag offiziell, dass Boy George nicht in der Rolle des König Herodes zu sehen sein werde. Kemsley betonte, dass der Sänger zwar stets zu seinen persönlichen Überzeugungen stehe, es jedoch seine Pflicht als Manager sei, im besten Interesse des Künstlers zu handeln und gleichzeitig Respekt gegenüber dem gesamten Ensemble zu zeigen.
Die Entscheidung sei getroffen worden, damit die Musical-Produktion selbst im Fokus der Öffentlichkeit bleiben könne und nicht von den Diskussionen überlagert werde.
Die West-End-Produktion läuft ohne den Sänger weiter
Boy George sollte im London Palladium im Zeitraum vom 2. bis zum 15. August auftreten. Die Rolle des König Herodes ist in der aktuellen Inszenierung unter der Regie von Tim Sheader als Rotationsrolle angelegt. Neben Boy George gehören auch Darsteller wie Jesse Tyler Ferguson, Simon Russell Beale, Layton Williams und Julian Clary zum Kreis der Gastdarsteller. Nach dem Ausstieg wird erwartet, dass der Schauspieler Richard Armitage die vorgesehenen Termine übernimmt.
Die Neuinszenierung von Andrew Lloyd Webbers und Tim Rices Musical „Jesus Christ Superstar“ läuft bereits seit dem 20. Juni und ist bis zum 5. September im Londoner West End angesetzt. In den Hauptrollen stehen Sam Ryder als Jesus, Tyrone Huntley als Judas, Desmonda Cathabel als Maria Magdalena und David Thaxton als Pontius Pilatus auf der Bühne. Das Management bat die Fans, die bereits Tickets für die Auftritte von Boy George gekauft hatten, für die Enttäuschung um Entschuldigung.
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