Für KI-Begeisterte im deutschsprachigen Raum war der Bildgenerator Midjourney bislang vor allem über die Chat-Plattform Discord oder die eigene Website erreichbar. Nun leitet das US-Startup einen Strategiewechsel ein und übernimmt die populäre Horoskop-App Co-Star. Wie das Unternehmen bekanntgab, bleibt Co-Star-Gründerin Banu Guler weiterhin für die Astrologie-Anwendung verantwortlich, übernimmt jedoch gleichzeitig die Rolle der Chief Design Officer bei Midjourney. Zusammen mit ihrem Team soll sie Midjourney dabei unterstützen, erste eigene Smartphone-Apps zu entwickeln – darunter eine dedizierte Anwendung für die KI-Bildgenerierung. Die finanziellen Details der bereits im Frühjahr geschlossenen Transaktion wurden nicht veröffentlicht.
- Midjourney übernimmt die Horoskop-App Co-Star und beruft deren Gründerin Banu Guler zur Designchefin.
- Guler und ihr Team sollen Midjourney bei der Entwicklung erster eigener Smartphone-Apps unterstützen.
- Co-Star kombiniert menschliches Wissen, NASA-Daten und KI für personalisierte Horoskope.
Eigene Smartphone-Apps statt reiner Discord-Einbindung
Bislang setzte Midjourney für seine bildgenerierenden KI-Modelle vor allem auf die Einbindung in Discord sowie das Webinterface. Die Übernahme markiert somit den gezielten Einstieg in den Markt für eigenständige Verbraucher-Apps auf Mobilgeräten. Midjourney-Gründer David Holz betonte, dass Guler weiterhin die volle Kontrolle über Co-Star behält. Die Anwendung bietet ihren Nutzern tägliche Horoskope sowie Kompatibilitätstests mit Freunden und nutzt dafür nach eigenen Angaben eine Kombination aus menschlicher Fachkenntnis, NASA-Daten und Künstlicher Intelligenz.
Der Schritt zeigt, wie etablierte KI-Entwickler versuchen, über reine Experten-Werkzeuge hinauszuwachsen und direkte Schnittstellen im digitalen Alltag von Verbrauchern zu besetzen.
Für Midjourney ist es nicht der erste Ausflug in betriebsfremde Themenfelder: Erst im Juni gab das Unternehmen die Gründung der Sparte Midjourney Health bekannt, die an der Entwicklung eines Ganzkörper-Ultraschallscanners arbeitet.
Skepsis bei der jüngeren Zielgruppe wächst
Co-Star erreicht nach eigenen Angaben 35 Prozent der jungen Menschen in den USA und verzeichnet Downloads im zweistelligen Millionenbereich. Guler bezeichnete die Übernahme auf der Plattform X als natürliche Fortführung ihrer Vision, dass Computer als Werkzeuge dienen können, die Menschen ihre eigenen Gefühle und Gedanken verdeutlichen.
Für Midjourney birgt der Vorstoß auf den App-Markt jedoch auch Herausforderungen, da die Stimmung gegenüber KI-Technologien bei jüngeren Zielgruppen spürbar kippt.
Eine Gallup-Umfrage vom April 2026 unter Angehörigen der Generation Z (Jahrgänge 1997 bis 2012) ergab, dass die regelmäßige Nutzung von generativer KI zwar hoch ist, die Vorbehalte jedoch zunehmen. Der Anteil der jungen Befragten, die sich begeistert von KI zeigten, sank um 14 Prozentpunkte auf 22 Prozent. Die Hoffnung bezüglich der Technologie fiel um neun Punkte auf 18 Prozent, während der Anteil derer, die Wut oder Ablehnung empfinden, um neun Prozentpunkte auf 31 Prozent anstieg. Für Anbieter wie Midjourney bedeutet das, dass die Integration von KI in gewohnte Lifestyle-Anwendungen bei der Kernzielgruppe erklärungsbedürftiger wird.
Nutzen Sie KI-Funktionen in Lifestyle-Apps wie Co-Star gerne oder sehen Sie die zunehmende Integration von KI in den Alltag eher skeptisch? Teilen Sie Ihre Meinung in den Kommentaren!




























