Der Verlust von Seegraswiesen gefährdet weltweit den biologischen Küstenschutz, die Artenvielfalt und die Existenzgrundlage lokaler Fischereibetriebe. Um dieser ökologischen Krise im Südosten Asiens entgegenzuwirken, setzen Wissenschaftler der australischen Murdoch University und der thailändischen Walailak University auf eine technologische Innovation: Speziell entwickelte Schutzgehäuse aus dem 3D-Drucker sollen das Überleben junger Seegrasstecklinge sichern. Das Forschungsprojekt konzentriert sich auf die Inseln Koh Lidi im Nationalpark Mu Ko Phetra, wo schwindende Seegrasbestände bereits zu einem dramatischen Sterben der dort heimischen Seekühe (Dugongs) geführt haben.
- Ein internationales Forschungsteam entwickelt biologisch abbaubare 3D-Druck-Gehäuse zum Schutz junger Seegraspflanzen.
- Die Kapseln bestehen aus dem Biokunststoff Polyhydroxyalkanoat (PHA) und lösen sich nach der Bewurzelung auf.
- Das Verfahren wird im Nationalpark Mu Ko Phetra getestet, um die Nahrungsgrundlage bedrohter Seekühe und Fischbestände zu sichern.
Schutzhüllen aus Bakterienfermentation gegen Strömung und Fressfeinde
Bei bisherigen Aufforstungsversuchen von Seegras scheitern Projekte häufig daran, dass fragile Setzlinge durch Wellenschlag weggespült, im Sediment begraben oder von Meeresbewohnern gefressen werden.
Die neuen Prototypen setzen genau hier an: Eine kuppelartige Struktur schützt die Pflanze vor Krabben, Fischen und Schildkröten, während seitliche Schlitze das Wurzelwachstum in den Meeresboden ermöglichen.
Hergestellt werden die Gehäuse aus Polyhydroxyalkanoat (PHA), einem Biokunststoff, der durch bakterielle Fermentation gewonnen wird. Das Material stammt aus mikrobiellen Stämmen in Westaustralien und kann sowohl an der Murdoch University als auch am WACE-Labor der Naresuan University in Thailand produziert werden. Sobald sich die Pflanze erfolgreich im Meeresboden verankert hat, baut sich das Material im Meerwasser vollständig ab.
Ökologische und wirtschaftliche Bedeutung für Küstenregionen
Seegraswiesen dienen als kritische Aufzuchtgebiete für Garnelen, Krabben und Fische, die die wirtschaftliche Grundlage der nahen Küstengemeinden bilden. In der Provinz Satun entzieht der Rückgang der Wiesen zudem den Dugongs ihre Hauptnahrungsquelle, was an der Andamanenseeküste zuletzt zu einer ungewöhnlich hohen Zahl tot angeschwemmter Seekühe führte.
Sollte sich die Schutztechnologie in den anstehenden Feldversuchen bewähren, könnte das Verfahren als skalierbare und umweltfreundliche Lösung für die Wiederherstellung maritimer Ökosysteme in ganz Südostasien dienen.
Derzeit befinden sich die Prototypen unter der Leitung der Doktoranden Patsakorn Jeenchuay und Leoniel Jude Giray in der Sicherheits- und Verpackungsprüfungsphase, bevor die eigentlichen Praxistests vor Koh Lidi beginnen. Betreut wird das Projekt von den Professoren Mullica und Krisanadej Jaroensutasinee sowie Dr. Alexandra Gulizia, Professor Andrew Macrae und Expertin Professor Jennifer Verduin.
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